Die Herkunft der Garden

Die uniformierten Garden gehen auf die Anfangszeit der Mainzer Fastnacht zurück und sind als eine reine Persiflage auf den Militarismus der Zeit vor 1823 zu verstehen.

Ihren Ursprung haben sie im „Krähwinkler Landsturm“, der sich am 26. Februar 1837 durch die Mainzer Straßen bewegte, dem Vorläufer der Rosenmontagsumzüge. Im Mittelpunkt des närrischen Spektakels stand Prinz Bibi, den eine Leibgarde aus 15 närrischen Kriegern mit Holzgewehren und Säbeln schützend begleitete. Das rief den Kaufmann Johann Maria Kartell auf den Plan: Unter der tätigen Mithilfe des Mundartdichters Friedrich Lenning wurde am 11. Januar 1837 ein Ranzenbatallion aus der Taufe gehoben, dessen Aufnahmebedingungen überliefert sind: „ein Mindestgewicht von zwei Zentnern bei einem Leibesumfang von sechs Fuß“ – das entsprach damals 172,6 cm.

Bei der Gründung des Mainzer Carneval Vereins 1838 waren dann 15 Ranzengardisten mit von der Partie. Dieser ersten Mainzer Garde flogen die Herzen der Narren im Sturm zu und sie übernahm sofort den „militärischen“ Schutz des MCV. Sie war auch die „Leib- und Bauchgarde“ für „Seine Allerhöchste Närrische Majestät“, den „König Carneval“ und ab 1839 für den Prinzen Carneval. Die Ranzengarde bildete die Spitze des ersten Mainzer Rosenmontagszugs und nahm seit ihrer Gründung an jedem einzelnen teil. Damit verdiente sie sich den ehrenvollen Beinamen „Mutter aller Garden“.

Die zweite Garde gründete sich dann 1856 mit der Mainzer Kleppergarde und über die Jahre folgten viele weitere, die bis heute das Bild der Mainzer Fastnacht nachhaltig prägen und zahlreiche Mitgliedern haben.

Quelle: Peter Krawietz: Fastnacht am Rhein. Kult, Kultur, Geschichte. 2. erw. Auflage. Mainz: Nünnerich-Asmus Verlag, 2016.

Herkunft der Garden
Mainzer Garde am Rosenmontagsumzug